Trinkwasser ist überlebensnotwendig. Doch welche Anforderungen stellen wir an gutes Trinkwasser?
Ich meine, gutes Trinkwasser sollte sauber sein, frisch, belebend und bekömmlich, außerdem preiswert und leicht verfügbar. Gutes Trinkwasser ist aus meiner Sicht also viel mehr als nur sauberes Wasser. Wenn mehrere dieser Faktoren nicht erfüllt sind, „vergeht es uns“ und wir stillen unseren Durst mit anderen Getränken.
Gutes Trinkwasser ist sauber, also möglichst frei von Verunreinigungen. Es ist dann auch klar, geruchlos und frei von störendem Geschmack.
Die österreichische Trinkwasserverordnung (TWV) beinhaltet eine Liste von Mindestanforderungen (Grenzwerten), deren Einhaltung durch zumindest jährliche Kontrollen an allen Wasserversorgungsanlagen (Wasserwerke, Hausbrunnen, Quellfassungen) überprüft wird. Trotz dieser Kontrollen kommt es immer wieder zu Belastungen durch lokale Verschmutzungen, Verkeimungen, Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Mikroplastik, Kalk, Chlor, Pestizide oder Nitrat (in Gebieten intensiver landwirtschaftlicher Nutzung). Entsprechende Medienberichte und persönliche Erfahrungen verunsichern die Menschen. Außerdem sind Verunreinigungen, selbst wenn sie innerhalb der Grenzwerte bleiben, möglicherweise trotzdem für bestimmte Personengruppen (Kleinkinder, empfindliche Menschen) belastend. Auch wurden verschiedene Grenzwerte in der Vergangenheit bereits angehoben oder die Art der Berechnung so geändert, dass ein Grenzwert weniger leicht überschritten wird.

Gutes Trinkwasser erfrischt, belebt, ist bekömmlich und unterstützt den Körper beim Abtransport von Stoffwechselprodukten.
Wasserqualität umfasst mehr als durch die chemische Formel H2O beschrieben wird.
Geschmack, Frische oder Bekömmlichkeit spielen eine wesentliche Rolle dabei, wie gerne jemand Wasser trinkt bzw. welches Wasser bevorzugt wird. Diese Eindrücke sind zudem höchst subjektiv. Fast jeder hat hier eigene Erfahrungen: Das Leitungswasser in XY schmeckt mir und ich kann es in einem Zug austrinken, das Wasser in YZ bekomme ich nicht hinunter. Was dem einen gut tut, lehnt ein Anderer ab, etc.
(Gutes) Wasser ist für den menschlichen Körper überlebenswichtig: Jeder Erwachsene besteht zu ca. 70% aus Wasser; in jeder Körperzelle befindet sich eine winzige Menge Zellwasser, die immer wieder erneuert wird. Und weil Wassermoleküle im Vergleich zu anderen Molekülen (Gewebe, Knochen, Muskelfasern, …) so klein sind, besteht der menschliche Körper sogar zu 99% aus H2O Molekülen. Wir nehmen Wasser durch Trinken und feste Nahrung auf und scheiden es durch Verdauung und Schwitzen wieder aus.
Verwirbelung erwünscht
In der Natur befreit sich Wasser von Schadstoffen primär durch Wirbelprozesse. Ständig mäandert es, folgt spiralförmigen Wirbeln, dreht sich ein und wieder aus, fließt mal schnell in der Mitte des Flusses, mal ruhig am Flussrand… Durch Wasserwirbel werden außerdem die räumlichen Strukturen aufgelöst, die das Wasser mit der Zeit aufbaut; das Wasser wird gewissermaßen wieder „auf null“ gestellt. Je kleiner die räumlichen Strukturen sind, desto mehr Strukturoberflächen sind vorhanden und desto leichter kann das Wasser Zellmembranen passieren und bis in kleinste Kapillaren vordringen. Deshalb können die Zellen ihr mit Stoffwechselresten beladenes Wasser leichter gegen frisches Wasser austauschen.

Ein Problem mit unserer Wasserversorgung ist die Abwesenheit von natürlichen Verwirbelungen und mäandernden Verläufen, die in natürlichen Quellen und Fließgewässern überall und ständig auftreten. Im 20. Jahrhundert wurden sehr viele Flüsse begradigt und Kanäle angelegt. Spätestens in den kilometerlangen Druckrohrleitungen unserer Wasserversorgung wird das Wasser endgültig in ein starres Korsett gepresst, seine innere Struktur verändert, es wird schal und „träge“. Wenn wir den Hahn aufdrehen erhalten wir Wasser, dem viel von seiner Lebendigkeit genommen wurde.
Diese Lebendigkeit kann sehr gut durch gezielte Verwirbelung wiederhergestellt werden. Verwirbeltes Wasser ist ein ausgezeichnetes Lösungs- und Transportmittel und kann den Körper besser beim Ausscheiden von Giftstoffen unterstützen.
Gutes Trinkwasser ist einfach erhältlich und günstig.
Dem Marketinggeschick der Getränkehersteller ist es zu verdanken, dass auch in Österreich mittlerweile viele Menschen dem Leitungswasser misstrauen und hauptsächlich abgefülltes Wasser trinken, das sie vergleichsweise teuer kaufen und mühsam in Kisten nach Hause schleppen. Dabei ignorieren sie diese wichtige Eigenschaft von gutem Trinkwasser: einfache und günstige Verfügbarkeit. Wenn irgendwie möglich, sollte die Qualität des Leitungswassers so weit verbessert werden, dass es dem Flaschenwasser vorgezogen werden kann.
Das Team von The Story of Stuff hat 2010 das Video „The Story of Bottled Water“ veröffentlicht, in dem die Geschichte hinter der explosionsartigen Verbreitung von „bottled water“ in den USA erzählt wird. Sehenswert!
Deutsche Untertitel sind verfügbar
Also: Gutes Trinkwasser ist …


